Ich habe heute eine ordentliche Lektion erteilt bekommen: Als ich beim heutigen freien Training über einen hochgradigen Karateka, von dem ich nichts außer seines Namens wusste, lästerte, nur weil er in einer Werbung für einen Karate-Anzug einen zu langen Gürtel trug (an manchen Orten gibt es so einen sinnlosen Trend), durfte ich mir von einem anwesenden 3. Dan anhören, was der o.g. Karateka alles drauf habe und dass er wirklich Respekt verdiene. Für mich war das wie eine bitter nötige Ohrfeige. Sollte der Karateka, der mir diese verpasste, dies nun lesen, so danke ich ihm für diese Lektion.
Ich hatte ohnehin schon ein schlechtes Gewissen, dass ich an anderer Stelle über Ochi-Sensei ablästerte, nur weil er alt sei... Was gibt mir, einem mickrigen 5. Kyu, überhaupt das Recht dazu irgendeine Meinung über diese Personen zu haben? Ich bin noch nicht lang genug "in der Szene", um irgendetwas, außer Lob, über sie aussprechen zu können. In Zukunft werde ich mich davor hüten zu schnell zu urteilen.
Eine andere Sache, die mich stört, ist die Einbildung, die neuerdings wieder Überhand gewinnt. Seit ich die letzte Gürtelprüfung bestanden habe und besonders während der zwei Wochen, als ich kein Karate getrieben und nicht meditiert habe, ist mein Ego um ein Vielfaches gewachsen. Ich fühle mich deswegen schlecht. In der Phase, als ich demütig und für alles dankbar war, ging es mir aber wirklich gut. Ich muss wieder zurück in diesen Lebensstil, denn der aktuelle hat keine Zukunft.
Passend zu der Situation las ich heute in Stan Schmidts Biografie, wie ihm, nachdem er seine Prüfung zum Shodan (erster Schwarzgurt) bestanden hatte, gesagt wurde, dass er nun ein Karateka sei und die erste Stufe der langen Karate-Leiter bestiegen habe. Die Kyu-Grade machen einem noch zu keinem Karateka, denn sie seien nur dafür da, um die Unfähigen und Unwürdigen heraus zu sortieren. Ich bin erst auf der Hälfte meines Weges zum Shodan und es ist noch lange nicht klar, ob ich es überhaupt würdig bin. Ich sollte eigentlich ganz still sein und das tun, was mir gesagt wird. Und dankbar dafür sein, dass ich Karate ausüben darf, denn es ist wahrlich ein Geschenk.
Nachdem ich mich nun Tage-, wenn nicht sogar Wochenlang, über die sozialen Missstände in unserer Welt aufgeregt habe, habe ich beschlossen mich vorerst um meine eigenen Probleme zu kümmern. Ich bin kein Buddha, um meine vollste Aufmerksamkeit den Problemen anderer zu schenken. Wenn die Leute sich von den Politikern verarschen lassen wollen - sollen sie doch! Wenn sie ihr Leben sinnlos verschwenden wollen - nur zu! Wenn sie den Genuss nur im Konsum und Überreizung finden wollen - mir doch egal! Das Einzige, was mich daran stört, ist die Tatsache, dass Vieles auf Kosten unserer Mutter Erde läuft. Das stört mich massiv. Wenn plötzlich die Hälfte der Menschheit aussterben würde, würde ich mich weniger darum sorgen, als wenn der Regenwald abgeholzt wird. Menschen sind wirklich nur ein Krebsgeschwür des Planeten und das Beste, was ich tun könnte, ist nicht dem Trend zu folgen. Ich möchte dem Planeten meinen Dienst erweisen, auch wenn dieser vergleichsweise mickrig ist, und mit einem guten Gewissen sterben.
So viel dazu.
Diese Woche hat das neue Semester angefangen. Wieder Anatomie, wieder Landeskunde Polens/Tschechiens. Diesmal möchte ich diese Sachen aber durchziehen. Ich könnte ja erstmal meine Pflichtveranstaltungen abschließen und genug Credits sammeln, anschließend dann, bevor ich die Bachelorarbeit schreibe und abgebe, die Zeit als Student weiter genießen.
Auch in diesem Semester habe ich beschlossen den Karate-Anfängerkurs mit zu betreuen. Es hat doch sehr viel Spaß gemacht letztes Mal und besonders gefreut hat es mich, als alle die Prüfung bestanden hatten. Nun gibt es neues hoch-motiviertes Frischfleisch. :) Zusätzlich besuche ich am Tag darauf den Fortgeschrittenen-Kurs. Da habe ich nun nichts mehr zu sagen, denn da komme ich selber ordentlich ins Schwitzen. Ein gutes Training, welches ich lange nicht mehr hatte. Ich habe ja erst am Mittwoch wieder richtig mit Karate angefangen, nach einer zweiwöchigen Pause, für die ich mich sehr schäme. Ich hatte mir gesagt, dass ich den Genuss vom Karate-Training nicht erfahren dürfte, bis ich die zwei Portfolios für Slawistik fertigstelle. Nach zwei Wochen ohne Training fühlt man sich wie ein dreckiger Waschlappen. Und wenn man dann wieder anfängt, hat man Muskelkater am ganzen Körper. Ich werde nie wieder mir solche bescheuerten Vorsätze und Verbote machen. Auch wenn ich noch so tief in das akademische Arbeiten vertieft bin, für Karate gibt es immer genug Zeit.
Am Mittwoch bekam ich eine Mail von einem Bekannten: "hi philipp! habe dich im fotoMagazin gesehen! geiles bild!!"
Und ich habe keine Ahnung wovon er spricht. :D Stellt sich heraus, dass einer meiner bekannten Fotografen ein Foto von mir, welches er im letzten Jahr geschossen hatte, in das fotoMagazin (heißt so) einschickte, um an einem monatlichen Wettbewerb in Action-Fotografie teilzunehmen. Wir machten Platz vier. Gar nicht schlecht für einen spontanen "Schnappschuss". ^///^
Ich lese zur Zeit die Biografie von Stan Schmidt, einer "lebenden Karatelegende", dem Chef des JKA-Verbandes in Südafrika. Stan war der erste nicht-Japaner, der den dritten Dan in Karate erreichte. Er ist eine großartige Person und dazu der Lehrer meines Prüfers (was ich schon an einer anderen Stelle erwähnte). In jedem Kapitel, welches ich lese, erkenne ich etwas aus meinem Leben. Ich kann mich derart gut mit diesem Mann identifizieren, dass er zu einem neuen Idol für mich geworden ist. Und als ich bereits darüber nachdachte über ihn und seine Biografie ("Die leere Hand - Selbstbegegnung auf dem Weg des Karate-Dō") im Blog zu schreiben, musste ich heute folgende Zeilen lesen:
- "Ich wollte alles lesen, was mir über Japan, Kampfkünste, japanische Lebenseinstellung, Kultur, Philosophie und Künste unter die Finger kam. Ich versuchte, all dies in mein Universitätsstudium, mein Karate, ja sogar in meinen Lebensstil zu integrieren."
- "Miyamoto Musashi, der 'Schwertheilige' Japans beeinflußte mein Denken besonders."
- "Von höchster Wichtigkeit war mein Wunsch, ein wahrer Mann des Karate zu werden."
Und schließlich zitierte er Plato. Dies ist eins der besten Zitate, die ich jemals lesen durfte: "Ich würde eher an Wahrheit sterben, als mein gesamtes Leben in Fehlern zu leben."
In ihm sehe ich den Karate-Freak, der ich bin, nur dass er sehr viel mehr und härter trainierte, als ich, obwohl er nebenbei ebenfalls arbeiten und sich sogar noch um seine Familie kümmern musste. Der Mann ist einfach der Wahnsinn! Wenn ich so lese, mit wem, wie und wo er alles trainieren durfte, werde ich neidisch. Ich habe mir schon überlegt zu meiner Wanderreise in den Harz in Juni einen Strohballen mitzunehmen, den ich dann an Bäume im Wald binden werde, um täglich Tritte üben zu können. Ich bin nun von dem Geist des 60-er Jahre Trainings besessen! Wie damals, als ich Bodybuilding betrieb und total inspiriert von den alten Trainingsmethoden Schwarzeneggers war, so ist das jetzt mit Karate. Tägliches hartes Training klingt wie Musik in meinen Ohren. :)
Wahnsinn. Vor einer Minute habe ich den Hörer nach einer hitzigen Diskussion mit meinen Eltern aufgelegt. Ich kann ihnen noch so oft von meinen Überzeugungen erzählen, sie werden es einfach nicht verstehen. Muss es denn immer so sein, dass ein Mensch mit 25 Jahren eine ideale Vorstellung von einer funktionierenden Welt, ohne Hunger, ohne Nöte, ohne Finanzsysteme und Abhängigkeit von Geld besitzt, einer Welt, in der alles Soziale auf Liebe und Vertrauen basiert, nur um mit spätestens 50 dann aufzugeben und sich anzupassen? Ich will nicht. Ich will keine Revolution, ich möchte eine Evolution der Gesellschaft. Aufgrund der Lage, in der Europa sich befindet, werden immer mehr Menschen auf die Ungereimtheiten in unserem gesellschaftlichen System aufmerksam. Das ist ein Zeichen der Hoffnung für mich. Vielleicht stehen wir von einem friedlichen Umbruch. Vielleicht geht aber auch das unter, weil diese Generation zu alt wird, um aktiv für ihre Überzeugungen zu kämpfen und die nachfolgenden Generationen zu blöd sind (dank der gut funktionierenden Methoden der Schäfer), um zu merken, wie sie ausgenutzt werden.
Jetzt können immer noch welche ankommen und meinen: Hey, was beschwerst du dich eigentlich? Dir geht es doch gut! Schau dir die Leute in Ghettos an, oder die Hungernden in Afrika! So lange es dir nicht so geht, wie ihnen, hast du doch keinen Grund dich zu beschweren!
DOCH. Es gefällt mir nicht, dass wir in einer Welt leben, die in arm und reich geteilt ist. In der die reichen unsere Erde verkaufen und umgraben, weil sie genug Einfluss haben. Es gefällt mir nicht, dass Menschen hungern, damit ich diese Zeilen im Internet schreiben kann. Ich lebe im Luxus, aber ich würde alles, was ich im Überfluss habe, aufgeben, damit die Welt ausgeglichen ist. Doch davor würde ich erstmal die reiche Elite in Knäste stecken und ihr Vermögen auf alle aufteilen. Wer weiß? Vielleicht gäbe es dann genug Geld für alle und selbst ich würde am Ende noch mehr haben? Aber Geld ist sowieso unwichtig. Es ist nur ein Mittel. Ein bequemes, kluges Mittel, welches das Tauschgeschäft erleichtert. Vorausgesetzt es hat echten Wert und basiert nicht nur auf Zahlen. Sobald das Finanzsystem auf einer Lüge basiert (und dass es das in unserer Welt so ist, ist längst kein Geheimnis mehr), muss es umgewälzt werden.
Nennt mich einen modernen Hippie, aber Leute mit solchen Überzeugungen kommen nicht einfach aus dem Nichts. Ich war selber ein Konsumfreak, besessen von Markenklamotten und meinem Ego. Wenn ich so daran zurückdenke, wird mir übel. Aber dieser Erfahrung habe ich es zu verdanken, dass ich die Welt auch aus dem anderen Blickwinkel sehen konnte. Aus einem Blickwinkel, aus dem vielleicht 75% der Menschen auf dieser Welt alles sehen. Ich weiß, was die Leute dazu antreibt sich von materiellem Gut angelockt zu sein und ich bin froh, dass ich mich nicht mehr komplett zu diesen Menschen zählen kann. Ich bin nicht etwas Besseres. Ich gebe mir echt Mühe nicht so zu denken, um ja nicht überheblich zu werden. Um ehrlich zu sein, ist das echt schwer, aber ich versuche es weiterhin. Ich möchte mich als jemanden sehen, der langsam aus seinem Tiefschlaf aufwacht. Und ich möchte später noch so denken.
Mein Anatomie-Professor meinte, dass der Grund, weshalb ältere Menschen alles Neue und Unbekannte sofort verneinen, darin liegt, dass ihr Frontallappen (vorderer Teil des Gehirnes) degeneriert ist. Wenn man aufhört sich mentalen Herausforderungen zu stellen, im Überfluss und Luxus lebt, ohne sich Gedanken um den Rest der Welt zu machen, nach der Uni aufhört sich weiter zu bilden, der wird diesem Schicksal unterlegen. Ich möchte nicht dazu gehören. Ich sterbe lieber als freier Mensch, mit wenig Hab und Gut, der aber seine Überzeugungen auslebt und sich von niemandem etwas sagen lässt, als ein ein dummer Zombie, der am Ende nicht behaupten kann wirklich gelebt zu haben.
Seltsam, dass ich so einen langen gesellschaftskritischen Text geschrieben habe, obwohl ich eigentlich darüber schreiben wollte, wie meine Eltern mich immer weniger verstehen, weil sie (aus meiner sehr subjektiven Sicht) zu einem großen Teil dieser Zombie-Gesellschaft geworden sind. Dabei habe ich ausgerechnet meinem Vater meine Fähigkeit des kritischen Denkens zu verdanken. Aber meine Gedanken sind gerade total durcheinander. Vielleicht versteht mich ja jemand, der die selben Probleme durchlebt und die selben Zweifel hat, wie ich...
Fast zwei Wochen sitze ich nun an den Portfolios für das Fach "Landeskunde Bulgariens, Serbiens, Bosniens und Kroatiens". Ich mache kein Karate-Training zwischendurch, auch wenn es dumm ist. Zur Abwechslung wäre das eigentlich perfekt, aber ich habe beschlossen mich mit den Arbeiten abzuquälen und mir keinen Genuss zu erlauben.
Sobald ich das zweite Portfolio abgegeben habe und somit mit diesem Semester offiziell fertig bin, gönne ich mir ein Zelt, einen Schlafsack und weiteres Wander-Equipment, denn ich möchte in Juni eine Woche im Harz leben. Ich fange klein an. Ich reise nicht zu weit weg - zum Glück komme ich da mit dem Semesterticket noch umsonst hin (und weg) - und möchte mich erstmal an das Schlafen in der Natur gewöhnen. Das Zelt-aufbauen muss gelernt werden und weitere Kleinigkeiten, die man beherrschen sollte, bevor es auf eine größere Wanderreise geht, z.B. in die Alpen, oder Pyrenäen.
Außerdem ist die Gegend um den Harz wunderschön, die Städte alt und historisch wichtig. Ich möchte mir alles selber anschauen und nicht nur darüber in Reiseratgebern lesen!
In mir erwacht der Frühlings- und Sommergeist. Auch wenn es draußen 1,6°C sind und überall Restschnee liegt, bin ich optimistisch. Früher oder später wird es wieder warm und in Juni sowieso!
Kurz vor meinem Geburtstag, kurz vor einer wichtigen Klausurphase, ist so eine Wanderreise für mich wichtig. Ich habe in den letzten Monaten einfach zu viel von dem ganzen Gesellschaftsmist und den Zwängen aufgenommen. Es wird Zeit wieder den Hauch von Freiheit zu verspüren.
Ich merke, dass ich lange nichts gepostet habe, was nicht direkt mit meinen Erlebnissen in neuster Zeit zu tun hat. Posts wie "Tugend", "Respekt" etc. haben nachgelassen. Mein Interesse für diese Themen bleibt jedoch nach wie vor groß. Es ist nur so, dass ich viel erlebe und durch das Aufschreiben dieser Dinge geht es mir weniger darum euch darüber zu erzählen, sondern eher um selber darüber zu reflektieren. Außerdem fehlt mir die nötige Portion Kreativität, um über wichtigere Themen zu schreiben. Ich verspreche aber, dass solche Posts schon bald wieder kommen. Nun aber zu den Geschehnissen seit des letzten Posts.
Karate:
Ich trainiere nach wie vor sehr viel. Nicht mehr jeden Tag, aber dennoch bin ich gut dabei. Wenn ich keine Lust habe in die Halle zu fahren, dann trainiere ich zu Hause an meinem Makiwara. Es ist doch faszinierend wie viel man über die eigene Technik lernen kann, wenn man gegen ein Brett schlägt. Neulich hatte ich z.B. Seitenstiche beim Makiwara-Training bekommen. Das ist ein Zeichen dafür, dass ich falsch atme. Da merkte ich, dass ich die Luft nicht frei und stoßartig ausatme, sondern gepresst durch die Zähne hindurch. Das ist erstens nicht richtig, zweitens nicht effektiv und vielleicht sogar irgendwo ungesund. Also stellte ich meine Atmung auf frei und stoßartig um und schon verbesserte sich das Selbstbefinden beim Karate-Training. Die Techniken hatten mehr Kime ("Wumms"). Zwar komme ich jetzt schneller aus der Puste, aber das ist alles eine Sache des Trainings. Lieber richtig trainieren, viel schwitzen und keuchen, als stundenlang auf Sparflamme zu arbeiten.
Schon etwas länger diskutiere ich mit meinem Lehrer über die Ausführung einer bestimmten Tritttechnik. Der yoko-geri keage ist ein seitlicher, geschnappter Tritt. Ich hatte zuvor ein Foto davon hier gepostet, aber da hatte ich das noch falsch gemacht. Der Tritt auf dem Foto ist eher gestoßen, als geschnappt (man darf nicht auf dem Standfuß drehen - siehe "Unsinniger Zwischenpost :P"). Nun hat mir ein anderer Lehrer eine alternative Ausführung der Technik gezeigt, jedoch konnte ich das nicht sofort nachvollziehen. Da kam mir die Idee jemanden zu kontaktieren, der mir die Frage mit ziemlicher Sicherheit beantworten könnte: Shihan Yokota.
Zuerst hörte ich von Yokota-Sensei durch sein Buch "Shotokan Myths", welches mir die Augen auf viele Sachen im Shotokan-Karate öffnete, die mir früher noch nicht mal aufgefallen waren. Seine Art, Sachen zu hinterfragen, die sich keiner sonst traut zu hinterfragen, gefiel mir sofort. Zumal er viel besser argumentiert, als die Leute, die die Mythen lediglich nachplappern und blind an sie glauben (z.B. einige philosophische Hintergründe des Karate, oder einige Interpretationen der Kata).
Ich stellte überrascht fest, dass Yokota-Sensei bei Facebook aktiv ist und so langsam, aber sicher kam ich in Kontakt mit ihm, bis ich ihm einige Fragen privat über E-Mail stellen durfte. Als ich dann die technische Frage zum yoko-geri keage hatte, meinte er wir sollten darüber am besten über Skype reden, denn so könnte er mir zeigen, wie die Technik richtig auszuführen sei.
Die Verbindung nach San Jose war zwar nicht die Beste, aber ich hatte mich dennoch fast eine Stunde sehr interessant mit ihm unterhalten können. Und endlich weiß ich nun wie ich den Tritt so ausführen kann, dass er effektiv und nicht schädlich für meine Gelenke ist. :)
Wir haben uns verabredet bei seinem kommenden Lehrgang in Deutschland in Juni zu treffen. Bis dato dürfte sein zweites Buch, "Shotokan Mysteries" - eine Fortsetzung zum ersten Buch - gedruckt sein und vielleicht habe ich sogar das Glück einige weitere wertvolle Tipps von ihm zu bekommen.
Ich danke ihm vielmals dafür, dass er, trotz seines sehr vollen Terminplaners, sich so viel Zeit für mich genommen hat. Das zeichnet einen guten Lehrer aus.
Letzte Woche war ich auf einem Karate-Lehrgang in Bremen (um 4 Uhr Morgens aufstehen, drei Stunden hin fahren, ca. vier Stunden trainieren, drei Stunden zurück...) bei Stephan Yamamoto. Man mag sagen, dass Japanische Meister viel Ahnung über Karate haben, weil diese Kampfkunst in Japan ihre zweite Geburt feierte (die Erste auf Okinawa), aber dieser deutsche Lehrer hat eindeutig sehr viel Ahnung. Und er nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Gefällt mir auch.
Ich habe sehr vieles über die Kata "Enpi" gelernt, sehr viele interessante Anwendungsmöglichkeiten, sowie viele Alternativen zur Ausführung von Grundtechniken und Ständen, die schonender für Gelenke, wie Hüfte und Knie sind. Das sind Gelenke, die bei den meisten Karatekas im hohen Alter für Probleme sorgen und oft operiert werden müssen. Da ich bis in ein sehr hohes Alter aktiv sein möchte, stehen solche Operationen nicht auf meinem Plan, deshalb beuge ich die Probleme jetzt schon vor.
Auf dem Weg zum Lehrgang war ich wirklich müde und schlecht gelaunt, da dachte ich: "Wenn dieser Lehrgang nichts wird, dann fahre ich nicht mehr so oft weg. Ich habe es satt so früh dafür aufzustehen...". Aber wie auch davor hat es sich total gelohnt. Letztendlich nimmt man immer eine wertvolle Erfahrung mit. Ich werde nun in April auf einen Lehrgang zu Shinji Akita, in Mai zu Dr. Petra Schmidt (Ki-Karate) und in Juni zu Yokota-Sensei fahren. Diese stehen schon mal fest auf dem Plan. Weitere kommen bestimmt.
------------------------
Außerdem:
In Juli feiere ich mein 10-Jähriges Jubiläum des aktiven Sporttreibens. Im Sommer vor zehn Jahren hatte ich David und Marcel kennen gelernt, mit ihnen zusammen gekickboxt und gepumpt (Bodybuilding). Dann kam Drazen dazu und wir wechselten zum Breakdance. Leute kamen, Leute gingen, Sportarten wurden gewechselt. Marcel war nicht mehr dabei, wir gründeten die Breakdance-Crew "Project: B-Boy". Danach wechselten wir alle zum Tricking. Drazen machte da aber aufgrund von Zeitmangel (Beruf) seltener mit. David und ich, die ewigen Faulenzer, hatte da öfter Zeit für. Aus "Project: B-Boy" wurde "Voltibu Tricking" und bestand schon auf vielen anderen Sportlern, teilweise welchen aus der Freerunning-Crew "Urban Sprits" aus Hameln. Ich bin da nur ein beobachtendes Mitglied, das ein Mal im halben Jahr beim Training vorbei schaut. So ist es, wenn man in einer anderen Stadt wohnt und eine andere Sport-(Kunst)Art betreibt. Aber der Geist, mit dem ich vor zehn Jahren anfing bleibt erhalten und deswegen möchte ich in Juli alle neuen und alten Mitglieder zusammen rufen und ein/zwei Tage richtig schön bei sonnigem Wetter an einem Baggersee mit viel Grillfleisch, Sport (egal welchen) und Testosteron genießen. Wenn das keine gebührende Feier ist, dann weiß ich auch nicht! Ich versuche ein Video zu machen, welches das Feeling herüber bringen sollte.
Bis zum 31. 03. muss ich zwei Hausarbeiten in den Fächern Landeskunde Bulgariens und Bosniens/Kroatiens/Serbiens liefern und bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung, worüber ich schreiben sollte. Das hat mich ganz schon heruntergezogen und ich hatte fast schon aufgegeben und mir gedacht, dass ich auch diese Hausarbeiten (wie die vier davor) schieben sollte, aber wenn ich immer nur schiebe, dann beende ich mein Studium nie. Da dies aber meinen Plänen für die Zukunft widersprechen würde, rappelte ich mich auf und schaute in die Unterlagen aus dem Unterricht und "zack!" hatte ich die Themen. Ich werde über die Eroberung Bulgariens durch Svjatoslav I. im 10. Jahrhundert und über den Serbischen Philologen und Sprachreformer Vuk Stefanović Karadžić schreiben. Heute verbrachte ich den ganzen Tag in der Bibliothek auf der Suche nach guten Quellen und auch wenn ich (noch) nicht viel fand, bin ich viel zufriedener, als zuvor. Ich werde es schaffen.
In meinem Kopf kreisen sehr unterschiedliche Themen herum und am liebsten würde ich alles aufschreiben, um Klarheit zu schaffen, aber das würde einfach viel zu viel Zeit brauchen. Ich mache das künftig Stück für Stück.
Es wird Zeit für die Zusammenfassung meiner Erfahrung, die ich machte, seit ich anfing diesen Blog zu führen.
Was hat mich überhaupt dazu getrieben? Depressionen. Winterdepressionen, die fast jeder Mensch hat. Vielleicht etwas stärker ausgeprägt, als beim Rest... vielleicht auch nicht. Jedenfalls wollte ich meine Gedanken niederschreiben und bis dahin habe ich generell nicht sehr viel geschrieben. Tagebücher liefen bei mir nie gut, nur ein Mal, während der Alpenfahrt, weil ich täglich interessante Sachen erlebte und Abends sowieso nichts zu tun hatte. Dafür habe ich jetzt etwas neben den Fotos, was mir die Erinnerung auffrischt. So auch mit dem Blog. Ich hatte immer das niedergeschrieben, was ich aktuell dachte und mit manchen Sachen, die ich vor einem Jahr aufgeschrieben habe, bin ich heute nicht mehr einverstanden, weil sie z.B. zu viel Stolz, oder Respektlosigkeit zeigen. Aber Menschen entwickeln sich nun mal und ich finde es interessant meine alten Blogeinträge durchzulesen und zu sehen, wie ich mich entwickelt habe.
Wie gesagt, habe ich mit einer melancholisch-depressiven Note angefangen. Winter, grauer Winter, wenig Licht, kein Serotonin (Glücks-Botenstoff) und ich hatte nicht mal Ahnung von Serotonin und davon, dass man dessen Gehalt mit Bananen, Ananas, bitterer Schokolade (echtem Kakao) und grünem Tee erhöhen könnte, also bekämpfte ich meine Depressionen damit, dass ich mir das von der Seele schrieb, wonach mir war.
Wenn ich die Themen in meinem Blog jetzt durchlese, und für ein Jahr sind es ganz schön viele Beiträge, so sehe ich am Anfang Beiträge, die meine Person erstmal präsentieren. Zumindest das, was ich damals für wichtig hielt, was ich präsentieren wollte. Heute ist mir der größte Teil davon nicht so wichtig, bzw. würde ich mich heute anders präsentieren. Ich habe zu viele Seiten. Jeder Mensch hat sehr viele Seiten. Nach 23 Jahren entdeckte ich selber neue Seiten an mir und war sehr überrascht, also sind solche pauschalen Präsentationen der eigenen Person von wenig Bedeutung.
Dann hatte ich ein Fotoshooting, welches mich sehr begeisterte. Dieses war eine gute Einleitung in den Frühling, über den ich ebenfalls schrieb. Direkt darauf kam mein Ausflug in die Alpen, mit der Hochschulsportgruppe, zum Snowboarden. Das zweite Mal die Alpen sehen, das erste Mal so einen Sport ausüben, viel Sonne, viel Bewegung, jeden Tag Action, gutes Essen und eine Menge Spaß! Diese Fahrt hatte eine große Auswirkung auf meine Laune. Dann wurde mir klar, welch wichtige Rolle die Sonne und die Natur allgemein in unserem Leben spielt. Unsere Laune hängt direkt davon ab.
Dann kam ich wieder nach Hause und es begann eine weitere, wenn auch recht kurze depressive Phase. Nach all der Sonne, dem schönen Schnee wieder im langweiligen Flachland zurück zu sein, das war wie eine zweite Rückkehr aus Riva del Garda nach dem Alpencross 2011. Das Leben hatte wieder an Farbe verloren. Ich bin spät schlafen gegangen und spät aufgestanden, entsprechend waren die Tage kurz, die Nächte lang und einsam. Videobearbeitung, Pflichten, die nicht mal richtige Pflichten waren, sinnlose Projekte. Alles sinnlos und grau... und dann kam Karate in mein Leben.
Zwar hatte ich Karate schon davor betrieben, aber so wirklich gecheckt, was ich da eigentlich mache, hatte ich erst nach einem Jahr, nach dem Lehrgang bei Toribio Osterkamp. Dann fing ich an mich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, sowohl praktisch, als auch theoretisch. Ich hatte beschlossen mit dem Tricking und dem Extremsport aufzuhören (außer Mountainbiking, welches für mich mehr ein Abenteuer-, als ein Extremsport ist), um mich voll und ganz auf Karate zu konzentrieren. Nach einigen Büchern und Recherchen, sowie vielen vielen Trainingseinheiten wurde mir noch klarer, was ich da für mich entdeckt hatte. Es war die Kunstart nach der ich so lange gesucht hatte! Ich wollte schon immer meine Kreativität ausleben, aber weder mit dem Malen, noch dem Musizieren, dem Filmen, Schauspielern, Fotografieren und Dichten hat es wirklich funktioniert. Lediglich das Model-sein hat mir Spaß gemacht, aber auch die Lust wurde nach einiger Zeit geringer und die so tollen Fotos von früher waren nur noch Fotos - lustige Erinnerungen, aber keine Kunstwerke. Mit Karate hatte ich körperliches, geistiges und kreatives Training in einem. Ich glaube, dass ich es bis heute nicht so schätze, wie ich sollte. Ich hatte eine Sache gefunden, die meine beiden Passionen - Sport und Kunst - in einem vereint, die einen Schwächen, wie Perfektionismus, zu Stärken macht und andere Schwächen wie Ungeduld, mangelnde Konzentration und Motivation, ausmerzt. Ein geniales Werkzeug zur Charakterbildung! Mit dem Karate hat meine Transformation begonnen. Aber damals war mir das noch nicht ganz bewusst. Ich würde noch einige Lehrgänge besuchen, einige Bücher lesen und viele Wiederholungen der Techniken und Kata machen müssen, um das zu begreifen. Aber ich möchte an dieser Stelle nicht zu weit nach vorne greifen.
Mit Osterkamp-Sensei
Nach dem Lehrgang bei Osterkamp-Sensei und dem echten Beginn meines Karatelebens war aber das alte Leben nicht gleich abgehakt. Ich war immer noch Student, enttäuscht über meine missliche Lage und meine fehlende Motivation zum Studieren, über die blöden Kunden an der Kasse bei der Arbeit, über Facebook, über meine Freunde, darüber, dass meine Freundin mich vor über einem Jahr verließ und ich immer noch einsam war, über die immer noch langen Nächte und die kurzen Tage und vielen, vielen, vielen anderen Enttäuschungen, mit den ich zu kämpfen hatte. Was ich aber nicht wusste, war die Veränderung, die im Hintergrund lief.
Ich zitiere kurz aus dem Osterkamp-Lehrgang:
Osterkamp-Sensei: "Was machen die Japaner in ihrem Training anders, als wir?"
Ich: "Sie atmen flach, mit dem Bauch."
Osterkamp-Sensei: "Ich bin überrascht, dass das jemand weiß, aber wenn du es weißt, warum machst du es dann nicht?"
BÄM! Und dabei dachte ich den ganzen Lehrgang lang, dass ich richtig atmen würde. Das hat dazu geführt, dass ich mich intensiv mit der Bauchatmung beschäftigte und meine Atmung komplett umstellte. Bis zum heutigen Tag atme ich flach. Was hat das aber mit all dem Rest zu tun? ALLES!
Kontrollierte Bauchatmung verlangt eine ständig bewusste Atmung, was dazu führt, dass das Körpergefühl und das Bewusstsein des Momentes verstärkt werden. Das hat wiederum dazu geführt, dass ich wieder anfing zu meditieren. Was ich mit 16-18 schon ab und zu machte, wurde mir wieder interessant. Das zog sich einige Monate hin und ich hatte, ohne mich großartig über Techniken zu informieren, meditiert. Mit geringen Erfolgen. Meine Ex-Freundin schenkte mir dann zum Geburtstag das Buch "Meditation für Skeptiker", ein rein wissenschaftliches Buch, welches ohne religiösen Bezug das Phänomen Meditation erklärte und deren Auswirkungen schilderte. Genau das Richtige für einen militanten Atheisten wie mich, der jegliche Religionen verachtete, aber die Meditation dennoch als nicht religiöse Praxis ansah und neugierig war. Meine Bemühungen wurden noch intensiver. Ich wusste schon ungefähr, was ich mit der Meditation erreichen wollte. Natürlich wollte ich meine Erfahrung mit den Lesern teilen und diese stießen Anfangs auf Interesse, welches aber mit jedem weiteren Blogeintrag zu dem Thema sank, also beschloss ich erstmal über andere Sachen zu schreiben und die ganze Meditationsgeschichte für mich zu behalten.
Zeitgleich begann ich mit dem Lesen der ersten Bücher über das Karate. Ich fing mit einem Buch an, welches mir die Bedeutung von Respekt, Höflichkeit, etc. verdeutlichen würde. Natürlich schrieb ich einige Tage auch darüber im Blog. Doch ich schrieb noch recht wenig über das Karate an sich. Ich versuchte noch all das zu beschreiben, was die Leser interessieren KÖNNTE. Ich hatte vergessen, dass ich den Blog für mich ins Leben rief. Viele Sachen, die ich damals schrieb, postete ich sofort bei Facebook und manche stießen auf Interesse, z.B. meine Meinung über den Schlaf und dessen Wichtigkeit. Es war mir noch sehr wichtig, was die Leute über meinen Blog denken würden. Dann kamen einige Berichte über meinen Zweifel an dieser Gesellschaft. Ich postete dauernd über meine Enttäuschung an Facebook und den dort angemeldeten Menschen, an unserer mangelnden Freiheit et cetera. Enttäuschungen über Enttäuschungen... ich fing an über die Gesellschaft, ja, meine verehrten Leser und mich selbst zu ironisieren und postete häufig, aber wenig wichtige Sachen. All möglichen Quatsch über Musik, Klischees und so weiter. Bis ich auch darauf keine Lust mehr hatte.
Dann kam meine Prüfung zum 6. Kyu. Da kam langsam das Gefühl auf, dass ich tatsächlich etwas in Karate erreicht haben könnte. Sobald der Gürtel etwas dunkler wird (grün in diesem Fall) wird auch die Wahrnehmung der eigenen Rolle anders. Zwar noch ganz am Anfang, aber ich wollte schon Andere für diese Kampfkunst begeistern und evtl. mit meinem Wissen aus den Büchern "glänzen". Schon komisch, wie viel ich mir damals einbildete. Aber die Rolle des Helfers beim kommenden Anfängerkurs an der Uni nahm ich gerne an. Ich sollte noch so Vieles daraus lernen, doch damals wusste ich das noch nicht.
Dann kam meine Reise nach St. Petersburg. Für einige Leser dürfte das komisch klingen, weil einige sicherlich schon viel Erfahrung mit dem einsamen Reisen haben könnten, aber für mich war das die erste selbstständige Reise, der erste Flug, um den ich mich selber kümmern musste und ich war ziemlich nervös. Zumindest in der letzten Woche vor der Reise bis zum ersten Tag, an dem ich herausfinden musste, dass es ganz einfach ist und ich kaum etwas tun müsste, weil alles sehr gut geregelt ist.
Meine Zeit in St. Petersburg hatte ich ebenfalls ganz alleine bestimmt. Ich hatte keinen Guide und beschloss am jeweiligen Tag, welche Sehenswürdigkeit ich besuchen sollte. Es war sehr chillig und interessant, aber nach zehn Tagen hatte ich genug gesehen, eindeutig zu viele Touristen und zu viele Schlösser, Paläste, Gärten und Museen. Die Höhepunkte der Reise waren die Besuche bei meiner Großmutter, des Eremitage und einer Ausstellung über Samurai-Rüstungen und Waffen.
Letztendlich war ich froh zurück in Deutschland zu sein. Russland hat mich herunter gezogen, deprimiert, denn dort achtet man nicht auf die Umwelt, die Autoabgase sind schrecklich (obwohl längst nicht so schlimm wie erwartet: In der Stadt riecht man nichts davon, aber auf der Autobahn sieht man sie), von Mülltrennung und Recycling will man da noch nichts hören, außerdem konnte ich nicht vernünftig trainieren und ein einziges Training in zehn Tagen war für mich damals schon zu wenig. Die Frauen waren auch so ein Faktor... zu viele schöne Frauen und ich laufe herum mit langen Haaren und Bart, absolut nicht dem Trend entsprechend... das ist zwar noch nicht lange her, aber damals hatte das für mich noch eine größere Bedeutung. Mein Selbstbewusstsein sank zum Ende der Reise in die Nähe des Erdkerns.
Nichts desto Trotz habe ich meine Pläne in Russland alle erledigen können, u.a. die letzten Aufnahmen für meinen Sampler machen, den ich sofort nach der Ankunft fertig stellten konnte:
Während meiner Reise hatte ich das Buch "Moving Zen - Eine Reise in das Herz des Karate" von C.W. Nicol dabei, welches ich immer dann las, wann ich Zeit hatte - in der U-Bahn, wo manche Reisen bis zu einer halben Stunde dauerten und vor dem Schlaf. Für mich ist dieses Buch eins der größten Inspirationen und hatte einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung dieser Kunst. Ich fing an die Wunder dahinter zu sehen, die physischen und psychischen Möglichkeiten, die sich mir offenbarten... Herr Nicol schrieb viel über sein Training mit dem Makiwara, einem okinawanischen Trainingsgerät, das von vielen Karatekas als für das Training unverzichtbar angesehen wird. An sich ist das nur ein Brett aus biegsamen Holz (z.B. Esche), mit einem Polster, gegen welches man schlägt. Den tieferen Sinn des Makiwara habe ich in in den darauf folgenden Blogeinträgen gepostet. Dann begann ich mein eigenes Makiwara zu bauen. Diese Arbeit zog sich über ein halbes Jahr hin, weil ich zwischendurch einen Mangel an Geld für weitere Materialien, sowie Motivation verspürte.
In September besuchte ich zwei Lehrgänge, bei Schlatt-Sensei und Aoki-Shihan. Natürlich lernte ich dort viel, was meine eigene Trainingsweise beeinflusste. Alles, was ich außerhalb lerne, versuche ich meinen Dohai zu erzählen. Wer will, kann dann auch anfangen so zu trainieren und wenn es ihm/ihr hilft, dann freue ich mich dazu beigetragen zu haben.
Aoki-Shihan
Schlatt-Sensei demonstriert an mir fiese Techniken
Das Leben verläuft wie eine Sinuskurve, hatte ich mal in einem Buch gelesen: Wenn es einem besonders gut geht, dann kommt darauf der Fall, nur um anschließend wieder den Weg für den Aufstieg zu machen. Das ist vollkommen OK. Wenn es uns nur gut gehen würde, so könnten wir es gar nicht mehr wahrnehmen, weil wir vergessen würden wie es ist, wenn es uns schlecht geht. Mein Blog spiegelt das ganz gut wieder, finde ich. Nach den zwei Lehrgängen kam wieder eine kurze depressive Phase, die dazu führte, dass ich anfing sehr intensiv zu trainieren. Ich hatte wieder angefangen zu kochen (wie jedes Mal, wenn es mir nach einer schlechteren Phase wieder gut geht) und an einigen Fotoshootings teilzunehmen, außerdem hatte ich die verrückte Idee jeden Sonntag, den ich in Göttingen bin, komplett für das Training zu nutzen.
Es sollte ein sehr langes und intensives Training sein und ich schaffte es sogar meinen Freund und Dohai Martin dafür zu begeistern. Zusammen zu trainieren führt zwar dazu, dass wir zwischendurch viel reden, aber so können wir uns auch gut gegenseitig motivieren und Erfahrungen teilen. Seither hatten wir einige solcher Trainingsessions. Sie sollten in erster Linie dazu dienen uns körperlich und geistig abzuhärten, aber auch als Vorbereitung für die kommende Deutsche Hochschulmeisterschaft in Karate. Eigentlich wollte ich da gar nicht teilnehmen, weil ich, u.a. wegen meiner vorherigen miserablen Leistung auf den Turnieren zu meiner Kickboxzeit, aber auch wegen der allgemeinen Meinung all der alten Karate-Meister aus den Büchern zu Wettkämpfen, beeinflusst war. Aber ich wollte auch nicht zu den Leuten gehören, die sagen "Ich mag Wettkämpfe nicht, aber ich habe auch nie an welchen teilgenommen", also beschloss ich doch in der Kategorie "Kata, 9.-5. Kyu" zu starten, also der Demonstration von Formen im unteren Bereich (Weiß- bis Violettgurt).
Eine Woche vor der Meisterschaft hatte ich Urlaub, ohne große Verpflichtungen von der Uni her, also trainierte ich fast täglich die Kata, die ich beim Wettkampf vorführen wollte. Außerdem gab ich mir Mühe mir die geistige Einstellung anzueignen, dass ich gar nicht gewinnen, sondern lediglich nicht verlieren wollte. Und sollte ich doch verlieren, so würde ich Vieles daraus lernen. Ich übte mich in Bescheidenheit und in Kata gleichzeitig. Bei der DHM hatte ich dann den ersten Platz belegt und trotz all meiner Freude versuchte ich so gut es geht das Ganze wirklich bescheiden anzugehen. Ja, ich zwang mich dazu. Einerseits, damit die anderen nicht denken, ich wäre eingebildet, andererseits um es mir selbst einzureden und nicht eingebildet zu werden. Dass ich den Sieg verdiente, hatte ich erst Monate später begriffen, als ich die selbe Kata vor meinem Prüfer vorführen sollte und er meinte, dass sie gut sei. Das hat mich gefreut, ist mir aber nicht zu sehr zum Kopf gestiegen (nur ein Bisschen ^^). Viel mehr hat es mir gezeigt, dass die Mühe sich auszahlte und motivierte mich dazu noch mehr zu trainieren.
Unser erfolgreiches DHM-Team
Foto von der DHM
Sportlerehrung der Stadt
Was die Uni angeht, so hatte ich wieder ein chilliges Semster, in dem ich kaum etwas machte. Ich nahm an einer Studie zum Thema Dehnung Teil und im Laufe dieser lernte ich eine Menge über Beweglichkeit und Methoden diese effektiv zu verbessern, was wieder mein Training stark beeinflusste. Aber hauptsächlich konzentrierte ich mich auf Karate und die Meditation. Und ich kann nicht sagen, dass ich es bereue! Manchmal muss man sich die Auszeit nehmen und sich auf eine Reise in das Innere begeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Ansichten zum Leben schon etwas geändert und beschlossen Vieles lockerer anzugehen, Ideen und Religionen zu tolerieren und Menschen mehr zu respektieren, aber zu den bisher größten Veränderungen sollte es noch kommen...
Nach dem Sieg bei der DHM kam ein Erfolgserlebnis nach dem Anderen: Zeitungsberichte (Futter für das Ego), Gruppensieg bei der Präsentation unserer Dehnstudie, Fortsetzung der Arbeit am Makiwara in großen Schritten, Besuch des Konzertes einer meiner Lieblingsbands...
Home-Makiwara
Metalheads! \m/ ^__^ \m/
...
Und dann starb Wolfgang, einer meiner vielen Vorbilder im Karate, der damalige Vorsitzende des Shotokan Karate-Dojo in Göttingen, eines Vereines dessen Mitglied ich zwar bis heute nicht bin, welches mich aber bei der ein, oder anderen Trainingseinheit duldet und mit dessen Mitgliedern ich mich sehr gut verstehe. Wie ich in den Blogeinträgen über Wolfgang schrieb, hatte er, trotz der wenigen Trainingseinheiten, die ich bei ihm besuchte und der kurzen Zeit, die ich ihn kannte, einen enormen Einfluss auf mein Verständnis des Karate und die Ausführung vieler Techniken, die ich bis heute so ausübe. Ich war über seinen Tod erschüttert und nach seiner Beisetzung schlichen sich in mein atheistisches, aber bereits stark von Meditation verändertes Denken immer mehr geistige Gedanken ein. Ideen über die Vergänglichkeit und Schätzung des Lebens wurden zunehmend dominant. Sehr passend dazu hatte ich angefangen das zweite Buch über Meditation zu lesen, ein weniger wissenschaftliches Buch, welches dafür viel lockerer und dem Leser näher erscheint. Die ersten zwei Kapitel erklärten alles über Meditation und den Buddhismus, was ich bis dahin wusste... davor hielt ich mich für jemanden, der in der Meditation erfahren ist, doch mir standen noch mindestens 11 weitere Kapitel bevor, die meinen Horizont erweitern sollten.
Weitere Lehrgänge standen auf dem Programm:
Ochi-Shihan
Sugimura-Shihan
In den darauf folgenden zwei Monaten hatte ich nur wenig im Blog gepostet, dafür sehr viel meditiert, trainiert und versucht zu verstehen, wer ich bin und was ich eigentlich will. Ich kann auf diese Fragen immer noch nicht antworten, denn ich bin noch ganz am Anfang des Weges der Selbstfindung, doch eins kann ich sagen: Ich bin jetzt schon mit dem zufrieden, was ich bin, was ich kann und was ich habe. Würde ich morgen sterben, so gäbe es nur eine Sache, die ich bereue (diese Betrifft eine gescheiterte Freundschaft), aber im Großen und Ganzen hätte ich sonst keine Reue. Ich habe keine Angst vor dem Tod, denn dann werde ich nur zu dem, was ich vor meiner Geburt schon war - Erde, Teilchen, ein Teil des Universums. Das Konzept der Wiedergeburt erklärt das Ganze sehr gut. Aber ich möchte noch nicht sterben, denn ich fühle, dass ich noch eine wichtige Aufgabe vor mir habe, die ich hier nicht weiter ausführen möchte, da die Idee noch zu unreif und unsicher ist. Das Leben wird zeigen, was kommen mag. Was auch immer es sei, es wird gut. Ich bin neugierig und optimistisch. "Am Ende wird alles gut sein und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende." ;)
Fazit:
Zu Beginn war der Blog für mich ein Mittel, um meine Depressionen zu bekämpfen. Ich war ein trauriger, einsamer Mensch, fühlte mich unfair behandelt und war stets mit dem unzufrieden, was ich hatte. Ich klammerte mich noch stark an materielle Dinge, wie Kleidung und technische Gadgets.
Dann fing ich an den Blog als Plattform für Beschwerden zu sehen. Ich regte mich über alles auf, was mich an dieser Gesellschaft störte und zum Glück hatte ich meinen Eintrag über meinen Hass auf Religionen nie gepostet. Den Entwurf habe ich gelöscht, weil ich längst nicht mehr so denke. Mein Denken hat einen weiteren Schritt in Richtung Frieden getan. Ich habe angefangen das, was mich an anderen störte, in mir zu sehen und bevor man sich über andere aufregt, sollte man an sich selbst arbeiten. Diese Selbstreflexion und Arbeit an mir hat wiederum dazu geführt, dass ich gelernt habe mich so zu akzeptieren wie ich bin und ganz langsam, Schritt für Schritt, meine Charakterschwächen auszumerzen. Man kann Probleme akzeptieren, das heißt aber nicht, dass man sie nicht lösen sollte. Doch wenn man sich über diese Probleme aufregt und ihre Bedeutung überschätzt, dann bekommt man Angst davor und ihre Lösung wird schwierig. Man darf sich selbst nicht im Weg stehen.
Heute nutze ich den Blog, um solche Ideen zu verbreiten. Auch später möchte ich darauf zurückschauen und darüber nachdenken, ob ich diese Ideen noch vertrete, oder ob sich etwas geändert hat.
So wie ich mich präsentiere... naja, manche könnten denken, dass ich so friedlich und "perfekt" bin, aber glaubt mir: Ich bin ganz weit davon entfernt. Das erzähle ich auch den Menschen, die ich neu kennenlerne. Ich habe immer noch Tage, sogar Wochen, wo ich schlecht drauf bin, mich die Kunden an der Kasse nerven, die Politiker zur Weißglut bringen etc. Aber es ist längst nicht mehr so schlimm wie früher, denn ich versuche alles zu schätzen, was ich habe: Meine Gesundheit, das Essen, das Wasser, die Luft zum atmen, die vier Wände um mich herum und das Dach über dem Kopf, die Wärme, die Gemütlichkeit und meine Freunde. Mehr braucht man nicht für das Glück. Ich rege mich nur noch über wenige Dinge auf und mein Ziel, mein Ideal ist es mich über nichts mehr aufzuregen und mit allem, vor allem mit mir selbst, in Frieden zu leben.
Vorgestern war eigentlich der Tag, an dem ich den Blog seit einem Jahr führe und ich wollte an dem Tag einen Beitrag posten, in dem ich alles zusammenfasse, was ich im letzten Jahr erlebt habe. Aber... ich habe wirklich keine Lust. Der Beitrag kommt noch, aber verspätet. Sorry dafür. Bin seit Tagen unmotiviert und unkreativ...
Als Einleitung würde ich gerne sagen, dass ich auf dem Weg der Meditation und Selbstfindung selber noch ganz am Anfang bin, habe mir also vorgenommen nicht mehr so viel darüber zu schreiben, bis ich mir selber im Klaren bin, was ich bin und was ich will.
Zu meiner Zeit als militanter Atheist hatte ich Leute verachtet, die anderen voller Stolz über ihren Glauben erzählten und neulich habe ich mich dabei ertappt, dass ich über meine neu gewonnene Spiritualität berichten wollte. Im Ernst, wen juckt das schon? Das ist etwas ganz privates. Wer es trotzdem wissen will, soll mich ruhig ansprechen. Ich philosophiere immer gerne stundenlang über solche Themen, aber nicht am PC, sondern bei einem Glas Wein und/oder einem guten Essen.
-----------------------------------
Die letzten zwei Wochen waren sehr abwechslungsreich:
Vorletzte Woche hatte ich meine Prüfung zum 5. Kyu bestanden. Ich habe mich außerdem sehr darüber gefreut, dass auch all die Neuen aus dem Uni-Kurs ihre Prüfung zum Gelbgurt bestanden hatten. Wäre schon cool einige von ihnen im Fortgeschrittenen-Kurs zu sehen. Von einigen weiß ich auf jeden Fall, dass sie weiter machen. Das ist wirklich erfreulich. Je mehr wir sind, desto qualitativer wird das Training.
Mit der Prüfung ist auch der erste Kurs zu Ende, den Ich mitführen durfte. Es war teilweise anstrengend, aber sehr lehrreich. Ich werde nicht zu weit auf das Thema eingehen, aber es hat mir Spaß gemacht und vielleicht mache ich das in der Zukunft wieder.
"Ein Déjà-vu-Erlebnis"
Gleich am nächsten Tag wurde unser DHM-Team zur Göttinger Sportlerehrung eingeladen. Alle, die letztes Jahr bei den Hochschulmeisterschaften einen Platz belegten (und ca. 180 andere Sportler aus Göttingen), erhielten zusätzlich eine Urkunde vom Hochschulsport/der Stadt, ein Händeschütteln vom Oberbürgermeister (woohoo...) und dazu noch weitere kleine Präsente in Form von Gutscheinen. "Klein" waren sie nicht immer, denn da ich den ersten Platz belegte, erhielt ich eine kostenlose Jahresmitgliedschaft in unserem Fitnesskomplex (Fitnesszentrum und Hochschulsportangebote), in dem ich schon seit zwei Jahren eingetragen bin und 24 € monatlich zahle. Nun habe ich meine Mitgliedschaft gekündigt und den Gutschein eingelöst und kann mir das Geld ein ganzes Jahr lang für schöne Reisen sparen. Bei all dem Tamtam, um diese Hochschulmeisterschaft (Urkunden, Stecknadeln, Zeitungsartikel...) ist dies die erste materielle Belohnung, über die ich mich wirklich freue. Die geistige Belohnung ist jedoch weitaus größer.
Ich stehe ganz rechts im Anzug. Leicht zu finden, weil ich sehr klein bin :)
Dieses Jahr nehme ich nicht an der DHM Teil. Am selben Tag findet in Hänigsen ein Lehrgang über Ki-Karate statt, der mir wichtiger ist. Ich werde meinen Dohai (Mittrainierenden) aber selbstverständlich viel Erfolg wünschen.
Die letzte Woche hatte ich Urlaub. Für die Uni musste ich auch nichts tun, bzw. habe noch genug Zeit dafür und wollte mir die komplette Woche zum Entspannen nehmen. Ich habe mir ein Programm für die Woche erstellt und dieses soweit weitestgehend erfüllt. Ich wollte die Zeit von 6-7 Tagen ganz dem Ziel widmen, meinen Körper und Geist zu stärken und so trainierte, meditierte und las ich jeden Tag. Außerdem bin ich (einschließlich des heutigen Sonntags) auf Diät. Ich esse weniger, als früher, aber nur so viel, wie ich brauche, selten mehr und nicht weniger. :D
Aber die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten: Das Bisschen, was ich noch an Körperfett besaß, ist nun auch weg. Die Waage zeigt stolze 54,5 Kg an. Wer das für zu wenig hält, darf nicht vergessen, dass ich ein sehr kleiner Mensch bin. In Karate habe ich eine neue, höhere Kata gelernt (Tekki-Sandan), bzw. ihren Ablauf. Um eine Kata wirklich zu "erlernen" braucht man viele Jahre. Ich habe außerdem einen gar nicht so schlechten Gedanken über die Kata (Plural) allgemein formuliert, bevor ich den aber veröffentliche, lasse ich ihn mir noch einige Male durch den Kopf gehen und mache alle nötigen Korrekturen. Ich bin mir aber sicher, dass ich in Zukunft meine Kata diesem Gedanken folgend lernen werde.
Seit Sonntag also trainierte ich jeden Tag Karate - hauptsächlich Kata, Atemübungen und Aoki-Entspannungsübungen - und meditierte bis zu zwei Mal täglich. Am Freitag besuchte ich sogar die Göttinger Zen-Gruppe und meditierte im Zen-Stil zusammen mit ihnen in einem wunderschön eingerichteten Raum. Es war genial! Ich komme wieder. :)
Heute war ich auf einem Karate-Lehrgang bei Sugimura Koichi Shihan. Dafür musste ich ganze drei Stunden schlafen, um 3 Uhr Nachts aufstehen, weil um die Uhrzeit noch keine Busse fahren, zu Fuß zum Bahnhof laufen, um 5 Uhr den ersten Zug nehmen und über Hannover, dann über Bremen 4,5 Stunden nach Sottrum (gottverlassenes Örtchen in der Nähe von Rottenburg an der Wümme) fahren, um drei Stunden gutes Karatetraining zu genießen. Natürlich ließ ich mir die Gelegenheit nicht entgehen und ließ in meiner "Masters"-Ausgabe die Startseite mit Sugimura-Senseis Interview von ihm signieren.
Sugi-Sensei ist ein genialer Karateka, der bei und mit den Besten trainiert hat und heute zusammen mit Ochi ein offizieller Vertreter der JKA in Europa ist. Er leitet außerdem einen Schweizer Karate-Verband. Ich hoffe, dass ich mit 72 Jahren so fit bin wie er! Tiefe Stände, aufrechte Körperhaltung, schnelle Schläge und Tritte über den Kopf. Die durchschnittlichen älteren Menschen in ihren 70-ern sind froh, wenn sie gerade gehen können, und Sugimura-Sensei könnte einen jungen Mann in die Tasche stecken. :D
Er ist sofort zu einem meiner Vorbilder in Karate geworden. Ein sehr sympathischer Mann von dem ich heute eine Menge lernen durfte. Für so ein Training nehme ich auch die 9 Stunden Zugfahrt in Kauf. ;)
Kleiner Anekdote am Rande: Als wir den geschnappten Tritt nach vorne (mae-geri) üben und dabei besonders auf den Hüftimpuls achten sollten, hatte er mich herausgepickt, damit ich das der Gruppe zeige, weil ich das anscheinend ganz gut hinbekommen habe. Da ich aber etwas weiter weg von ihm stand und er meine Gürtelfarbe nicht gleich erkannte (denn je dunkler der Gürtel wird, umso schwieriger aus der Entfernung ist er zu unterscheiden), hielt er mich für einen Braungurt und meinte zuerst Zeit, "du mit dem Braungurt", was mich und die umher stehenden Karateka, besonders die Braungurte, verwirrte, bis er dann sagte: "der mit dem schönen Haarteil da" (er meinte meinen Gingko-Dutt ^^).